Probebohrungen für LNG-Pipeline ohne Investitionsentscheidung für LNG-Terminal-Bau

Laut Aussage von uniper-Vorstandschef Schierenbeck ist eine
finale Investitionsentscheidung für
das LNG-Terminal Wilhelmshaven noch nicht getroffen.

Trotzdem werden für den Bau der Pipeline von der Firma uniper bereits Gelder zukünftiger Gaskunden verschwendet.

Durch die Verordnung zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für denAufbau der LNG-Infrastruktur in Deutschland vom 27.03.2019  werden die Kosten für die LNG-Terminals zu 90% von den Kosten für den Netzanschluss, d.h. für den Bau der Pipelines befreit.

 

Mit dem LNG-Terminal-Betreiber (uniper) und

dem zukünftigen Fernleitungsnetzbetreiber (Open Grid Europe)

sind zwei rechtlich getrennte Firmen beteiligt.

 

  • Die Firma uniper hat bis heute noch keine finale Investitionsentscheidung gefällt. Hierzu unsere Anfrage beim Medienhaus Jade-Weser und deren Antwort vom 12.03.20:

    

Laut Auskunft der IBL-Umweltplanung GmbH vom 16.04.2020 verzögert sich das Verfahren

„da zukünftig die Open Grid Europe die Verfahrensführung für die Anbindungsleitung von uniper übernehmen wird und (wie Sie sicherlich aus den Medien schon gehört haben) auch der genaue Terminal-Standort in Wilhelmshaven noch diskutiert wird.“

Laut Auskunft der Firma Open Grid Europe (OGE) wird die Projektübernahme durch die OGE von uniper nicht vor dem 01.07.2020 stattfinden, da der genaue Terminal-Standort in Wilhelmshaven wegen eines Biotops noch unklar ist. (siehe: Biotop im Bereich des geplanten LNG-Terminals).

Laut Auskunft eines uniper-Mitarbeiters wird die zusätzlich gewonnene Zeit für weitere kleinflächige Kartierungsarbeiten und Variantenprüfungen genutzt. Möglicherweise könnten so weitere schützenswerte Gebiete umgangen werden (Siehe NDR-Bericht : Muss Streuobstwiese einer Gaspipeline weichen?)

  • Die Firma uniper hat jedoch bereits im Januar 2020 mit Erkundungsbohrungen im Bereich der geplanten Trassenführung für die LNG-Pipeline begonnen-> siehe Übersichtskarte Erkundungsbohrungen.

    Hier zeigen wir die Bohrungen beim Erkundungspunkt 34 C zwischen Grafschaft, Fedderwarden und Sillenstede am 15.01.2020:

       Video Erkundungsbohrung Punkt 34C

Die Ergebnisse der Bohrungen zeigen, dass es sich hier vorwiegend um Marschland handelt – ein Boden, der aufgrund seiner Beschaffenheit die Kosten für ein derartiges Projekt massiv in die Höhe treibt.

 

 

 

 

  • Weitreichende Entwässerungsmaßnahmen sind erforderlich. Allein durch die Grundwasserabsenkung während der Bauphase werden nicht nur die Lebensräume für angesiedelte Pflanzen und Tiere sondern auch die Statik umliegender Gebäude extrem beeinträchtigt.
  • Zur Stabilisierung müssen in einem sehr kostenintensiven Verfahren 10-15 Meter hohe Spuntwände gezogen werden.
  • WER BEZAHLT DAS ALLES?

„Die mit der Herstellung des Netzanschlusses von LNG-Anlagen verbundenen Kosten der Fernleitungsnetzbetreiber werden als Investitionsmaßnahme nach der Anreizregulierungsverordnung (ARegV) eingeordnet. Damit wird sichergestellt, dass die Kosten ohne Zeitverzug in die Gasnetzentgelte eingebracht und auf die Netznutzer gewälzt werden können“.

Damit können also 90 % der  Kosten für die Pipeline in die Gasnetzentgelte eingebracht und auf die zukünftigen Gaskunden umgelegt werden. Die restlichen 10 % müssen vom Anlagenbetreiber uniper übernommen werden.

  • Und was passiert, wenn schließlich doch kein LNG-Terminal gebaut wird, weil uniper es sich anders überlegt?

Das Ergebnis wäre eine sinnlose Schneise der Verwüstung von Hooksiel bis Etzel, die von allen Gaskunden bezahlt werden muss.

NO-LNG-WHV

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