Wahrheit oder Täuschung?

Die Menschen glauben viel leichter

eine Lüge, die sie schon hundertmal gehört haben,

als eine Wahrheit, die ihnen völlig neu ist.
Alfred Polgar

OpenClipart-Vectors / pixapay

Erdgas ist eine „saubere Brückentechnologie“.

Gemessen wird leider immer nur der CO2-Ausstoß bei der Verbrennung in herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Das erweckt den Anschein, als sei Flüssiggas eine „saubere Sache“ und damit klimafreundlicher als Kohle und Öl.  Wenn man aber den Förderungsprozess und den Transport mit berücksichtigt, kommt man zu einem deutlich anderen Ergebnis:

LNG aus den USA entsteht größtenteil durch Fracking. Folgen: Boden- und Trinkwasservergiftung; Erdbeben.

Bei durch Fracking gefördertem Erdgas wird eine Mischung aus Wasser, Sand und verschiedenen Chemikalien mit hohem Druck ins bis zu 1.500 Meter tiefe Bohrloch gepresst. Im Gestein entstehen jetzt Risse – ähnlich wie bei einer Sprengung oder einem Erdbeben – durch die man das Gas absaugen kann. Besorgniserregend ist, dass durch eben diese völlig unkontrollierbaren Risse die im Gestein verbleibenden Chemikalien nach oben ins Grundwasser steigen und somit das Trinkwasservieler Millionen Menschen vergiften können. Die Frac-Flüssigkeit enthält krebserregende, hormonverändernde und stark wassergefährdende Toxine, nämlich: Tetramethylammoniumchlorid, Petroleumdestillate, Octylphenol und Biozide aus der Gruppe der Isothiazolinone

Selbst ohne Fracking gefördertes Erdgas enthält in der Regel eine Mischung aus Methan und schwereren  Kohlenwasserstoffen sowie Stickstoff, Kohlendioxid, Wasser und weitere unerwünschte Bestandteile wie Quecksilber, Blei, Benzol, Arsen und Schwefelverbindungen. Um nahezu reines Methan (98%) zu erhalten werden diese Komponenten vor der Verflüssigung teilweise entfernt und als kontaminierter Klärschlamm eingelagert. Die langfristigen Auswirkungen auf die Umwelt an den Lagerstätten sind noch nicht absehbar.

Erdgas ist 87 mal klimaschädlicher als CO2.

LNG besteht bis zu 98% aus Methan.

Methan entweicht nicht nur bei der Förderung sondern auch durch Leckagen während der Lagerung und beim Transport sowie bei Verbrennung in herkömmlichen Verbrennungsmotoren (=Methanschlupf). Methan, das in die Atmosphäre entweicht, gilt als bedeutend klimaschädlicher als CO2. Laut Umweltbundesamt ist der Treibhauseffekt des Gases in 20 Jahren 87-mal so hoch wie der von CO2 (wobei diese Zahl durch neuere Forschungen beinahe täglich nach oben korrigiert wird).

Der Import von 10 Mrd. Kubikmeter Erdgas nach Wilhelmshaven würde zusätzliche CO2-Emissionen von mindestens 17 Millionen Tonnen pro Jahr bedeuten. Das entspricht den jährlichen Emissionen eines Kohlekraft-werks wie z.B. des Braunkohlekraftwerks Weisweiler. Durch den Austritt von Methangas und den energetischen Aufwand für Verflüssigung und Transport trägt insbesondere flüssiges Erdgas zur Klimakrise bei. Zur Klimabilanz erschwerend hinzu kommt, dass die geplanten LNG-Terminals auch mit Fracking-Gas befüllt werden sollen. Die Förderung von Fracking-Gas schadet Klima und Umwelt in besonderem Maße. Um bis spätestens 2050 die Klimaneutralität zu erreichen, muss der Einsatz von Erdgas schon jetzt spürbar begrenzt werden.

Siehe auch NABU-Beitrag zu diesem Thema

 

 

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