Unsere erste Informationsveranstaltung

Am Donnerstag, den 13.02.2020 fand im Hotel Kaiser in Wilhelmshaven unsere erste Informationsveranstaltung zum Thema „LNG-Terminal Wilhelmshaven“ statt.

Wir freuen uns sehr, dass so viele Menschen unserer Einladung gefolgt sind, dass wir sogar kurzfristig befürchten mussten, der Raum wäre zu klein.

Infoabend
v.L.: Wolfgang Mosler, Sabine Hillmann, Rainer Büscher, Constantin Zerger, Andy Gheorghiu

Nach der Begrüßung der Anwesenden durch den KANS-Vorstand Rainer Büscher gab es einen höchst informativen Vortrag von Klima-Aktivist Andy Gheorghiu (Food&Water Europe; Food & Water Watch; KGL) über die klimatischen Auswirkungen von LNG. Insbesondere die Tatsache, dass Methan (mit 98% der Hauptbestandteil von LNG) in einem Zeitraum von 20 Jahren ca. 87 mal klimaschädlicher ist als CO2 hat viele im Raum überrascht. Zudem machte Herr Gheorghiu deutlich, in welchem Ausmaß unsere Küstenbereiche bei einer Erderwärmung um weitere 2 Grad Celsius von Wasser überflutet wären. Auch wies er nachdrücklich auf die Notwendigkeit von Energieeinsparungen hin.

http://bi-kans.de/wp-content/uploads/2020/02/LNG-Wilhelmshaven_130220_AndyGheorghiu.pdf

Sehr interessant – und für die meisten Zuhörer gewiss neu – waren seine fundierten Ausführungen über die wirtschaftspolitischen Hintergründe und globalen Zusammenhänge, die zur Planung weiterer LNG-Terminals in Deutschland geführt haben. Er verwies dabei auf den „Juncker-Trump-Deal“, wonach der Import von amerikanischem (Fracking!-)Gas der Preis dafür ist, dass für deutsche Autos in den USA keine Importzölle erhoben werden. Hier nachzulesen:

https://ec.europa.eu/germany/news/20190725-us-eu-handel_de

In der anschließenden Fragerunde hat sich Herr Gheorghiu viel Zeit genommen, um auf die Fragen der Anwesenden einzugehen.

Direkt im Anschluss folgte der Vortrag von Constantin Zerger von der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Nachdem Herr Zerger einen Einblick in die Arbeitsweise der DUH gegeben hatte, wies auch er darauf hin, dass LNG nicht geeignet ist, die Klimaziele zu erreichen, sondern als fossiler Brennstoff sogar den gegenteiligen Effekt hat. Er schloss sich inhaltlich den Ausführungen von Herrn Gheorghiu an. Im weiteren Verlauf seines Vortrags stellte Herr Zerger den Standort Wilhelmshaven in den Mittelpunkt seiner Kritik.

Ein zusätzlicher Störfallbetrieb angrenzend an Naturschutzgebiete und Naherholungsgebiete (z.B. Badestrand Hooksiel) sei laut Landesraumordnungsprogramm Niedersachen aus 2017 aus vielerlei Gründen nicht genehmigungsfähig.

Hinsichtlich der vielbeschworenen Arbeitsplätze für Wilhelmshaven machte Herr Zerger deutlich, dass die 50-100 Arbeitsplätze, die durch das Terminal geschaffen würden, keinen nennenswerten Einfluss auf die Arbeitslosenquote in Wilhelmshaven haben werden. Auf der FSRU würden vornehmlich Fachkräfte benötigt, die erfahrungsgemäß von außerhalb kommen. Das ausführliche Rechtsgutachten der DUH hierzu findet sich unter:

https://www.duh.de/fileadmin/user_upload/download/Projektinformation/Energiewende/Ziehm_DUH_Gutachten_FSRU_Wilhelmshaven_191203.pdf

Nach dem Vortrag gab es noch viele Fragen aus dem Publikum, die Herr Zerger geduldig beantwortete. Insbesondere die Frage, ob „grüner“ Wasserstoff aus regenerativen Energien als klimafreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen angesehen werden kann, wurde lebhaft diskutiert. Dies wurde von beiden Vortragenden vorbehaltlos bejaht, wobei technische Probleme zur Speicherung und zum Transport von Wasserstoff noch zu lösen seien. Insbesondere könne die bislang nicht genutzte Windkraft – speziell in unserer strukturschwachen aber windreichen Region – zur Erzeugung von „grünem“ Wasserstoff genutzt werden. Dies würde unserer Region die einmalige Chance bieten, mit Hilfe der Windenergie zu einem Vorreiter im Klimaschutz zu werden, anstatt mit Investitionen in veraltete Technologien dem Fortschritt hinterherzulaufen.

Zum Schluss der Diskussionsrunde haben beide Vortragende nochmals Folgendes deutlich gemacht:

Die Betreiberfirma uniper hat bis zum heutigen Tage noch keine finale Investitions-entscheidung für das LNG-Terminal in Wilhelmshaven getroffen. Somit ist – entgegen vieler anderslautender Presseberichte (insbesondere in unseren regionalen Medien)- noch nichts entschieden.

Der Widerstand gegen dieses Projekt lohnt sich also!

NO-LNG-WHV

Am Ende der Veranstaltung bedankte sich Rainer Büscher bei den Vortragenden für ihre nformativen Beiträge und bei den Anwesenden für ihr Interesse. Wir freuen uns über die vielen positiven Rückmeldungen zu unserer ersten Informationsveranstaltung und arbeiten daran, die Menschen in Wilhelmshaven und Umgebung weiter mit guten Argumenten gegen das geplante LNG-Terminal zu versorgen!

Vielen Dank sagt euer KANS-Team!

Videodokumentation des Abends

Ein Gedanke zu „Unsere erste Informationsveranstaltung“

  1. Hallo , als Interessierte Bürgerin zwar nicht in unmittelbarer Nähe also aus Emden wäre ich gern einmal bei einer Eurer Infoveranstaltung dabei .
    Wann geht es denn wieder los bei euch mit regelmässigen Treffen?
    Mit freundlichen Grüßen
    Frauke-koppaetzky@ gmx. de

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